Bernd Kittlaus
Die Single-Lüge
Eine Kritik der Argumentationsmuster im Zeitalter der Demografiepolitik

Book on Demand, Norderstedt 2006
ISBN 978-3833448492
272 Seiten
EUR 16,90 [D]

Inhalt

Sterben die Deutschen aus? Sind die Singles daran schuld?

Dies ist die erste grundlegende Auseinandersetzung mit dem nationalkonservativen Argumentationsmuster, das zunehmend die Debatte um den demografischen Wandel bestimmt. Hauptvertreter dieser Strömung sind Herwig Birg, Meinhard Miegel, Jürgen Borchert und Hans-Werner Sinn. Die Spannbreite der Sympathisanten reicht von Frank Schirrmacher bis zu Susanne Gaschke. Als wichtigster Wegbereiter dieses neuen Familienfundamentalismus muss der Soziologe Ulrich Beck angesehen werden.

Es wird aufgezeigt, dass sich die nationalkonservative Kritik keineswegs nur gegen Singles im engeren Sinne richtet, sondern auch gegen Eltern, die nicht dem klassischen Familienverständnis entsprechen.

Die Rede von der "Single-Gesellschaft" rechtfertigt gegenwärtig eine Demografiepolitik, die zukünftig weite Teile der Bevölkerung wesentlich schlechter stellen wird. In zahlreichen Beiträgen, die zumeist erstmals im Internet veröffentlicht wurden, entlarvt der Soziologe Bernd Kittlaus gängige Vorstellungen über Singles als dreiste Lügen. Das Buch leistet damit wichtige Argumentationshilfen im neuen Verteilungskampf Alt gegen Jung, Kinderreiche gegen Kinderarme und Modernisierungsgewinner gegen Modernisierungsverlierer.

Der Soziologe Bernd Kittlaus betreibt seit 5 Jahren die Websites www.single-dasein.de und www.single-generation.de, auf denen die öffentliche Debatte um den demografischen Wandel dokumentiert und kritisiert wird.


Hinweis:

Der Verkauf des Buches ist zurzeit eingestellt. Mehr darüber wie es weitergeht, erfahren Sie hier.


Inhaltsverzeichnis

EINFÜHRUNG

1 MYTHOS SINGLE-GESELLSCHAFT

1.1 DER KAMPF DER LEBENSSTILE – ERSTE EINBLICKE

Die neuen Staatsfeinde
Deutschland frisst seine Kinder
Das Ende der Spaßgesellschaft
Der Verfall der Familie
Doing Gender
Raum ohne Volk

1.2 DIE INDIVIDUALISIERUNGSTHESE ALS HINTERGRUNDFOLIE

Der Kampf der Lebensstile
Der Terror der Individualisierungsthese
Eine Festschrift gegen den Strich gelesen

1.3 EIN ANDERER BLICK AUF SINGLES

Polarisierungstendenzen
Partnerlosigkeit
Paare
Singlefeindliche Medienberichterstattung
Der Mythos vom Single als Pionier des flexiblen Kapitalismus
Die Neidgesellschaft
- Karrierefrauen
- Feindbild Single
Singlemänner - Die unsichtbare Mehrheit
Die Folgen der steigenden Lebenserwartung
- Elternlose – Das neue Tabuthema
- Die Gesellschaft der Langlebigen
Die Alleinlebenden – Korrekturen am Single-Bild
- Der Alleinlebende – Das unbekannte Wesen
- Die Anzahl der Einpersonenhaushalte – Mythen und Fakten
- Die Single-Lüge

2 DIE SINGLE-GENERATION UND DER GENERATIONENKONFLIKT

2.1 DIE SINGLE-GENERATION. EIN MANIFEST
2.2 DIE GENERATION GOLF. EINE VERLORENE GENERATION?
2.3 DER WANDEL DES WERTEWANDELS
2.4 DIE KARRIEREFRAUEN DER GENERATION GOLF

3 DIE GEBURTENENTWICKLUNG

3.1 DAS NATIONALKONSERVATIVE DEUTUNGSMONOPOL UND DIE FOLGEN

Die Rede vom Familiensektor
Vorbild Frankreich?
Bevölkerungspolitik in Deutschland
Demografische Niedergangsszenarien
Wer hat den Generationenvertrag gebrochen?
Die politische Konstruktion der Geburtenkrise

3.2 DEMOGRAFIETHRILLER – VORBOTEN EINES GAR NICHT SO NEUEN GENRES

Die Jugend von heute
Krieg gegen die pluralistische Gesellschaft

3.3 EIN ANDERER BLICK AUF DEN DEMOGRAFISCHEN WANDEL

Deutschland im Jahr 2030
Sterben die Deutschen aus?
Gewollte Kinderlosigkeit
Eine Chronologie der Einsprüche

3.4 NUR TEMPOEFFEKTE ODER ERSTE ANZEICHEN EINES NEUEN BABYBOOMS?

3.5 DIE KONTROVERSE UM DAS SINGLE-DASEIN IM ÜBERBLICK

4 DIE KONTUREN DER NEUEN KLASSENGESELLSCHAFT

4.1 DIE ÖKONOMISIERUNG DES SOZIALEN

Die Auslagerung der Hausarbeit im Mitte-Milieu
Der Umbau des Sozialstaats in der "Single-Gesellschaft"
Die Angstgesellschaft als Folge des Umbaus
Berufsmobilität und Lebensform
Elitenkonsens und Klassengesellschaft

4.2 DIE BIOLOGISIERUNG DES SOZIALEN

Die Rente nach Kinderzahl
Die Katholisierung der Berliner Republik

5 DIE FALSCHEN FREUNDE DER SINGLES – EIN NACHWORT

LITERATURVERZEICHNIS


Wer gehört zur Zielgruppe meines Buches?

Das Buch richtet sich prinzipiell an alle, die jenseits der Normalfamilie leben und jene, die sich für das Leben dieser Menschen interessieren.

Diese weiteste Definition schließt also letztlich niemanden aus. Dennoch gibt es gewisse Einschränkungen, auf die hier hingewiesen werden soll:

1) Gleich vorneweg: Das Buch gehört nicht in die Rubrik der psychologischen Ratgeberliteratur, d.h. es richtet sich nicht an Partnersuchende oder Personen, die Anleitungen zur alltäglichen Lebensbewältigung suchen. Hier sei auf die zahlreiche Ratgeberliteratur zum Thema verwiesen.
          
 
2) Das Buch ist ein Beitrag zur politischen Kontroverse. Durch die Debatte um die Ursache des Geburtenrückgangs geraten nicht nur Singles im engeren Sinne, sondern auch vermehrt kinderarme Lebensformen in die Kritik. Der Rückgang der Geburtenzahlen wird sich in den nächsten Jahren - auch bei steigender Geburtenrate fortsetzen. Es ist also nicht davon auszugehen, dass wir bereits den Höhepunkt der Debatte hinter uns haben, sondern er liegt noch vor uns. Im Buch wird deshalb aufgezeigt, wo die Schwachpunkte der nationalkonservativen Argumentation liegen, denn diese politische Richtung zielt auf die offensive Zurückdrängung von kinderarmen Lebensweisen.
          
 
3) Im Buch geht es um Sachverhalte, bei denen eine wissenschaftliche Ausbildung von Vorteil ist. Dies betrifft besonders jene Passagen, die sich mit Methodenkritik, statistischen Sachverhalten und wissenschaftlichen Kontroversen beschäftigen. Man kann diese Passagen aber ignorieren und das Buch als populärwissenschaftliches Sachbuch lesen.
          
 
4) Das Buch leistet eine Dokumentation der Mediendebatte zum demografischen Wandel, die nur einen sehr kleinen, aber wichtigen Teil der Dokumentation auf den Internetseiten www.single-dasein.de und www.single-generation.de umfasst.
          
 
Da die einzelnen Beiträge in der Zeit zwischen 2000 und 2005 entstanden sind, lässt sich die Debatte auch historisch nachvollziehen. Dadurch ergeben sich zwar auch gewisse Wiederholungen. Kürzungen der Originalbeiträge halten dies jedoch in Grenzen und manche Wiederholung geschieht aus einer neuen Perspektive, die andere Aspekte in den Vordergrund rückt. Wer sich also für diese Debatte interessiert, der kann das Buch als Ausgangspunkt nehmen und sein Wissen im Internet weiter vertiefen. Einführende Worte stellen die einzelnen Beiträge jeweils in den aktuellen Zusammenhang der Debatte.

 


Pressestimmen zum Buch

"»Die Single-Lüge«. Das ist zwar wahrlich keine gemütliche Badewannenlektüre, doch trotz seines akademischen Grundtons eine hochinteressante Polemik."
(Manuela Thieme in Das Magazin, November 2006)

Kittlaus "lädt dazu ein, im »Zeitalter der Demografiepolitik« wieder ein wenig genauer hinzuschauen. Allein mit singlefeindlicher Rhetorik würden die europäischen Gesellschaften jedenfalls kaum einen Weg zurück in die »Babyboom-Ära« finden. Er schlägt vor, das Single-Dasein als vorübergehende Lebensform zu deuten und nicht als Gegenkonzept zur Familie. Damit gelingt ihm zwar kaum ein Bestseller, dafür aber ein interessanter Beitrag zur Überwindung einer festgefahrenen Anti-Singles-Diskussion."
(Thomas Gees, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 26.11.2006)

"Aufsatzsammlung in schriller Tonart, aber sehr faktenreich. Der Betreiber der Website www.single-generation.de weist tendenziöse Denk- und Rechenfehler in der Berichterstattung über Singles nach."
(Michael Allmaier, Die Zeit Nr.48, 22.11.2007)

 


Wer gehört zur Single-Generation und warum?
Welche Personen aus Politik, Wissenschaft, Medien und Kultur gehören zur Single-Generation?