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Inhalt
"Männer und
Frauen werden mehr und mehr die Gesetzgeber ihrer eigenen
Lebensform, die Richter ihrer Verfehlungen, die Priester, die
ihre Schuld wegküssen, die Therapeuten, die die Fesseln der
Vergangenheit lockern und lösen. Aber auch die Rächer, die
Vergeltung üben für erlittene Verletzungen. Liebe wird eine
Leerformel, die die Liebenden selbst zu füllen haben, über die
sich auftuenden Gräben der Biographien hinweg - auch wenn dabei
der Schlagertext, die Werbung, das pornographische Skript, die
Mätressenliteratur, die Psychoanalyse Regie führen."
Bewertung
Die Rede von der
Single-Gesellschaft wurde in Deutschland erst nach Erscheinen
des Buches Das ganz normale Chaos der Liebe des
Soziologenehepaars Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim im
April 1990 populär.
Die Thesen von der
Single-Gesellschaft finden sich jedoch bereits im Buch Die
Risiko-Gesellschaft von Ulrich Beck aus dem Jahr 1986. Sie
konnten ihre Wirkung jedoch erst nach der Wiedervereinigung
und dem politisch angestrebten Umbau des Sozialstaats entfalten.
Wer verstehen möchte, warum die Rede von der
Single-Gesellschaft in den 90er Jahren so populär wurde, für den
ist dieses Buch Pflichtlektüre.
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