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Inhalt
"Immer mehr
Menschen wohnen alleine. Die Zahl der »Singles« wächst in nie
gekanntem Ausmaß. Die einen sehen in ihnen autonome
Persönlichkeiten, emanzipierte Frauen und berufliche
Leistungshelden. Die anderen bedauern sie als einsam und sexuell
frustriert, halten Alleinlebende für abschreckende Beispiele von
Egoismus, Kontaktunfähigkeit und Sozialschmarotzertum.
Welche
Auswirkungen wird das zunehmende Alleinleben haben: Wer wird die
alt gewordenen Singles pflegen, wer baut die vielen Wohnungen
für sie, wer entsorgt den Müllberg? Die Gefahren von Vorurteilen
mehren sich. Übertriebenen Ängsten und heilversprechenden
Hoffnungen kann nur mit exakten Kenntnissen und Prognosen
begegnet werden.
Im
vorliegenden Buch wird dargestellt,
- wie viele Singles es früher gab, heute gibt und in Zukunft
geben wird, wie sie leben, welche Typen auseinanderzuhalten
sind,
- warum immer mehr Menschen als Singles leben,
- inwieweit Singles »nützlich« oder »schädlich« sind, was sie
künftig zur Lösung unserer Probleme beitragen,
- welche Gestaltungswege es gibt: hin zur »moralischen«
Gesellschaft, zur »Partizipationsgesellschaft«, zur
»solidarischen« Gesellschaft oder zur »Mitarbeitsgesellschaft«.
Das Fazit:
Die »Single-Gesellschaft« wird es nicht geben. Wohl aber werden
wir mehr als bisher die Folgen vermehrten Alleinlebens beachten
müssen."
Bewertung
Das Buch des Soziologen
Stefan Hradil aus dem Jahr 1995 gilt gemäß ZEIT-Dossier
"Das geheime Leben der Singles" vom November 2007 immer noch als
die "beste und ausgewogenste Studie darüber, wie Singles leben".
Stefan Hradil hat zwar die These von der
Single-Gesellschaft, die der Soziologe Ulrich Beck maßgeblich
geprägt hat, relativiert. Seine Aussagen zur Verbreitung und zur
Lebenssituation von Alleinlebenden sind jedoch inzwischen
korrekturbedürftig.
Mit dem Buch
Singles im mittleren und höheren Erwachsenenalter von
Stephan Baas/Marina Schmitt
und Hans-Werner Wahl liegt nun eine aktuelle und ähnlich breit
angelegte Studie vor, die das Potenzial zum neuen Standardwerk
über Singles hat.
Das Buch von Hradil bleibt jedoch weiterhin
Pflichtlektüre für jeden Studenten und Wissenschaftler, der sich
näher mit dem Thema befassen möchte, weil die aktuelle Studie
über Singles im mittleren und höheren Erwachsenenalter in
vielerlei Hinsicht an das Buch von Hradil anknüpft.
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