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Inhalt
"Die Figur
des ›ganz normalen Mannes‹ als Verlierer unserer Gesellschaft
erfreut sich seit Ende der 1990er Jahre großer Popularität. Aber
was ist an der marktfähigen Rede von Männern in der Krise
interessant?
Die Studie zeigt, dass die
Inszenierung des unrettbar realitätsuntüchtigen Mannes zum Sigle
einer harschen Gesellschaftskritik wird. Hollywoodblockbuster
wie »American Beauty« von Sam Mendes oder »Fight Club« von David
Fincher ebenso wie die
Romane
von Michel Houellebecq koppeln die Erzählung von
dysfunktionalen Mittelschichtsmännern an die Beschreibung der
Konsumgesellschaft als weder menschliches noch zu
humanisierendes System."
Bewertung
Das Buch Die Krise des
Mannes arbeitet anhand paradigmatischer Werke von Heinrich
von Kleist, Sam Mendes, David Fincher, Michel Houellebecq und
J. M. Coetzee überzeugend heraus, dass im Mittelpunkt der
Männlichkeitskrise in Medien, Literatur und Film der Niedergang
des weißen, urbanen Mittelschichtmannes als Skandal steht.
Die diversen Protagonisten
eignen sich ideal als Identifikationsfiguren für Männer, die
sich als Opfer der Frauenemanzipation betrachten. Aber auch
postfeministische Frauen fühlen sich angesprochen. Kappert zeigt
en detail, dass Strategien der Tabuisierung und Verschleierung
als Absicherung des männlichen Dominanzanspruches ausgedient
haben und stattdessen andere Strategien wie die Exponierung der
Karrierefrau als entseelte Systemkonformistin und die offensive
Thematisierung des Unglücks des normalen Mannes als Ausweis
einer unmenschlichen Gesellschaft an Bedeutung gewonnen haben.
Das Buch ist allen zu
empfehlen, die sich für die Frage interessieren, wie heutzutage
in Film und Literatur eine Geschlechterordnung abgesichert wird,
in der nicht mehr die Benachteiligung der Frau, sondern die des
Mannes im Mittelpunkt steht. Das Buch bietet eine anregende
Lektüre und die vielfältigen Querverweise ermöglichen es dem
Leser, einzelne Aspekte der Thematik eigenständig
weiterzuverfolgen.
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