Bücher für eine lebenswerte Zukunft



Christine Carl
Leben ohne Kinder
Wenn Frauen keine Mütter sein wollen

Rowohlt, Reinbek 2002
ISBN 9783499613845
156 Seiten
vergriffen

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Inhalt

"Für viele Frauen ist die Kinderfrage zu einer Belastungsprobe geworden, denn die Wünsche nach Unabhängigkeit, beruflicher Selbstverwirklichung und Familienglück sind schwer miteinander zu vereinbaren. Häufig schieben sie die Kinderfrage deswegen vor sich her, bis das Ticken der biologischen Uhr nicht mehr zu überhören ist. Für andere Frauen - und auch Männer - steht eine Entscheidung für ein Leben ohne Kinder schon frühzeitig fest, und sie verwirklichen andere Ziele.
Die Psychologin Christine Carl untersucht Hintergründe, Ursachen und Folgen einer bewusst kinderlosen Lebensplanung und kommt dabei zu hochinteressanten Ergebnissen, die der Diskussion um die neue Kinderlosigkeit erfrischende Impulse geben und für viele Frauen eine Entscheidungshilfe sein können."

Bewertung

Im Gegensatz zu den anderen Büchern, die nach 2001 den Büchermarkt  überschwemmten, wurde hier das Thema gewollte Kinderlosigkeit aus der Lebensverlaufsperspektive behandelt. Nicht die üblichen sozialpopulistischen Klischees wurden hier reproduziert, sondern das Leben ohne Kinder wird als normaler Lebensstil von Erwachsenen ernst genommen.

Obgleich die Autorin das Buch als Plädoyer für ein Leben ohne Kinder versteht, ist aus einigen Einschätzungen herauszulesen, dass Christine Carl sich in erster Linie als Anwältin der Aufschieber/-innen und Spätentscheider/-innen versteht.

Ob jedoch die Kluft zwischen diesen beiden Gruppen und den Frühentscheider/-innen tatsächlich so groß ist, wie das im Buch anklingt, das wäre weitere Untersuchungen wert.

Neuere empirische Untersuchungen, z.B. von Torsten Schröder im Sammelband Ein Leben ohne Kinder, beschreiben Kinderlosigkeit als Ergebnis eines immer wiederkehrenden flexiblen Aufschubs (mehr hier). Damit wird die Unterscheidung zwischen Aufschieber/-innen und Spätentscheider/-innen mehr oder weniger aufgelöst. In diesem Sinne verorten sich auch Günter Keil & Gisela Bruschek (Generation Kinderlos) konsequenterweise in der "Grauzone von Aufschiebern und Spätentscheidern". 

Die Argumentation von Carl ist im übrigen anschlussfähig an die Thesen von Elisabeth Beck-Gernsheim zur Kinderfrage. Diese ist bekanntlich eine Anwältin der Karrierefrau mit Kinderwunsch.

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